UNESCO Welterbe

Die Grenzen des Römischen Reiches (Frontiers of the Roman Empire) bilden ein einzigartiges Bodendenkmal von internationaler Bedeutung, das sich auf über 5500 Kilometern quer durch Europa, den Nahen Osten und Nordafrika zieht. Diese Grenzlinie (Limes), die mehrere tausend Wachposten und hunderte größere und kleinere Kastellplätze in insgesamt 20 Staaten umfasst, soll in einem gemeinsamen multinationalen UNESCO-Welterbe zusammengefasst, geschützt und präsentiert werden. Einzelne Teile des Limes, wie der Hadrianswall in Nordengland, der Antoninuswall in Schottland und der Obergermanisch-Raetische 550 km lange Limesabschnitt in Deutschland sind bereits Welterbestätten.

Logo des Obergermanisch-Rätischen Limes

Der österreichische Grenzabschnitt umfasst die Donau-Strecke zwischen Passau und Bratislava. Die Donau bildete seit Christi Geburt die nördliche Grenze der beiden römischen Provinzen Noricum und Pannonien gegen das von Germanen besiedelte Barbaricum. An dieser Grenze wurden seit dem 1. Jahrhundert Legionen und Hilfstruppen in befestigten Lagern stationiert, die durch eine Limesstraße verbunden waren. Entlang des österreichischen Donaulimes überwachten 3 Legionslager, 16 Kastelle und mehrere Wachtürme die Grenze des Römischen Reiches.

Das Limeskastell von Zeiselmauer / Cannabiaca ist damit ein wesentlicher Teil des österreichischen Donaulimes, der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden soll.

Die detaillierten Pläne für die Einreichung wurden durch das Bundesministerium für Kunst und Kultur (Bundekanzleramt) ausgearbeitet und mit den betroffenen Gemeinden abgestimmt.

Am 4.11.2015 hat der Gemeinderat von Zeiselmauer-Wolfpassing dem Vorschlag des Bundeskanzleramts zur Aufnahme folgender Bauwerke in die Liste des UNECO-Welterbes zugestimmt: Kirche bzw. Unterkirche, Kirchenplatz, Volksschule, Körnerkasten, Fächerturm, Römermauern (Burgus). Alle Baulichkeiten gehören zur Property-Zone laut Arbeitskarte des Bundekanzleramts. Da diese schon bisher unter Schutz steht, ändert sich für die Eigentümer der Liegenschaften nichts.

Die für 2016 geplante Einreichung des Antrags bei der UNESCO hat sich verzögert, da seitens UNESCO die Vorlage einer weiteren thematischen Studie verlangt wurde. Die Einreichung soll nun im Jänner 2018 erfolgen, mit der Ernennung ist frühestens Mitte 2019 zu rechnen.